Michael Gartenschläger stirbt 1976 an der deutsch-deutschen Grenze - auf westlicher Seite. Wer ist der Mann, der in dieser Nacht sein Leben riskierte und verlor? Dieser Frage gehen Alexander Dittner und Ben Kempas in ihrem Film nach.
Michael Gartenschläger wächst in Strausberg bei Berlin auf. Als der Mauerbau beginnt, ist er siebzehn Jahre alt. Er und seine Freunde sind empört, dass ihnen nun der Weg zu West-Berliner Kinos und Plattenläden versperrt wird. Sie malen Parolen auf Häuserwände. Eine LPG-Scheune wird angezündet. Drei Tage später werden sie festgenommen. Es folgt ein Schauprozess gegen die Jugendlichen.
Der "Staatsverbrecher" Gartenschläger erhält lebenslänglich. Nach zehn Jahren Haft wird er schließlich von der Bundesrepublik freigekauft. Doch seine angestaute Wut, sein gewachsener Hass auf das SED-Regime lässt ihm auch im Westen keine Ruhe. Er betätigt sich als Fluchthelfer.
Dann hört Gartenschläger von den Selbstschussanlagen an der DDR-Grenze, deren Funktionsweise im Westen unbekannt ist. Er beschließt, einen Automaten zu holen und mit dieser Aktion auf das Unrecht hinzuweisen. Die Demontage wird eine "Spiegel"-Geschichte. Und die Stasi hat nur ein Ziel: weitere Demontagen zu unterbinden - den Täter zu "liquidieren". Kurze Zeit später stirbt Gartenschläger im Kugelhagel von Stasi-Schützen. Vor 20 Jahren baute die DDR die letzten SM-70 ab.
Die Filmemacher fanden bislang unbekannte Dokumente, darunter auch Original-Tonbänder eines Interviews mit Gartenschläger, in denen dieser über seine Taten und Motive Auskunft gibt.
Verwandte, Freunde und Mitstreiter berichten von ihm. Ein ehemaliger DDR-Grenzsoldat erzählt erstmals von dem Sonderbefehl, beim Auftauchen des "Grenzverletzers" sofort zu schießen - ohne Vorwarnung.
| Seitenverhältnis 16:9
Gedreht auf Digital Betacam mit Sony DVW-790WSP
Schnitt auf Avid Media Composer
Master auf Digital Betacam
Stereo
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